Dienstag, 10. Mai 2022

Pressemitteilung: Erneuter Erfolg der Fanhilfe Hannover gegen vermeintliche Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz im Nachgang des Derbysiegs vom 06.02.2021

Nach dem Derbysieg der Mannschaft von Hannover 96 beim Auswärtsspiel gegen Eintracht Braunschweig am 06.02.2021 empfingen hunderte Anhänger von Hannover 96 ihre Mannschaft am Niedersachsenstadion.

Trotz des friedlichen und deeskalierenden Verhaltens der Anhängerschaft im Zuge des Empfangs und auch im Vorfeld der Partie, sahen es namentlich bekannte Zivilbeamte als Ihre Pflicht an, ihnen bekannte Personen der Fanszene beispielsweise trotz des Tragens von FFP2-Schutzmasken wegen mangelnden Abständen bei der Region Hannover anzuzeigen und hierbei sehr selektiv gegen einzelne Personen zu agieren. Darüber hinaus stellte die Polizei Hannover gegen einzelne Fans erneut Anzeigen wegen des vermeintlichen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz.

„Es stellt sich uns ernsthaft die Frage, ob hier politischer Druck oder der bloße Selbsterhaltungstrieb der namentlich bekannten Beamten der Polizei Hannover Anlass für die Ermittlungen waren. Geschulten Beamten, die seit Jahren auf dem Tätigkeitsgebiet unterwegs sind, hätten wir aus unserer Sicht zumindest die fachliche Kompetenz zugesprochen, sich mit den letzten Verfahren zum Thema Pyrotechnik in Hannover zu befassen. Hierbei stellten die Gerichte in allen uns bekannten Fällen strafrechtliche Verfahren im Zusammenhang mit dem Vorwurf des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz ein und bewerteten den Einsatz von Pyrotechnik stattdessen als Ordnungswidrigkeit, wobei jüngst selbst hiervon abgesehen wurde." führt ein Sprecher der Fanhilfe Hannover aus.

Mit Unterstützung der Fanhilfe Hannover und deren Anwälten gelang es in allen übernommenen Fällen gegen die Vorwürfe des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz vorzugehen und zum wiederholten Male Einstellungen zu erzielen. Nach Sichtung der Akten gelang es zudem den Ordnungswidrigkeiten wegen vermeintlicher Verstöße gegen die Coronaschutzverordnung entgegenzuwirken und diese Vorwürfe der Beamten zu entkräften. Hierbei konnten zahlreiche Bescheide in der Höhe des Bußgelds deutlich reduziert oder gänzlich eingestellt werden. Auffällig waren dabei die telefonischen und nicht dokumentierten Absprachen zwischen ‚szenekundigen‘ Beamten und Mitarbeitern der Region Hannover.

„Am Ende muss man hier attestieren, dass die namentlich bekannten Beamten für wirklich nichts und wieder nichts einen erheblichen Beitrag dazu geleistet haben, die Polizei seitens der Fanszene als unverlässliches und heimtückisches Gegenüber zu betrachten. Es bleibt zu hoffen, dass das Land Niedersachsen und die polizeiliche Führung irgendwann in eine sachgerechte und weniger populistische Ausbildung der Beamten investieren. Dieses würde deutlich zur Deeskalation und dem Abbau von Feindbildern beitragen – sofern es denn überhaupt gewünscht ist.“ sagt ein Sprecher der Fanhilfe.

Bereits einige Tage vor dem Spiel dokumentierte die Fanhilfe Hannover die Observation einiger 96-Fans durch teils sehr unbeholfen agierende Zivilbeamte. Die Fanhilfe Hannover wird auch hier die Betroffenen weiterführend beraten und die Maßnahme, deren Abschluss offiziell noch nicht an die betroffenen Fans kommuniziert wurde, hinterfragen.

Fanhilfe Hannover, 10.05.2022

Montag, 25. April 2022

Pressemitteilung: Fanhilfe Hannover verurteilt Polizeigewalt beim Auswärtsspiel in Paderborn mit mehreren verletzten Fans

In der Abreisephase der Partie SC Paderborn gegen Hannover 96 kam es beim Eintreffen der Shuttle-Busse am Bahnhof zu gewalttätigen Übergriffen der eingesetzten Beamten der Bundespolizei gegen abreisende Fans von Hannover 96. Dabei verlor mindestens ein Fan im Rahmen der Übergriffe kurzzeitig das Bewusstsein und mehrere Fans wurden verletzt. Darüber hinaus setzten die Beamten der Bundespolizei unkontrolliert in der Menge der abreisenden Hannover-Fans Reizgas auf engstem Raum ein. Dieses führte zu zahlreichen Beschwerden der Betroffenen in Augen und Atemwegen.

Während die passiven und deeskalierenden Einheiten der anwesenden Landespolizei die Shuttlebusse in der Abreisephase lediglich eskortierten, kam es immer wieder zu tätlichen Übergriffen durch die Einheiten der Bundespolizei. Anwesende Fans berichteten von Beamten, die durchweg Fans von Hannover 96 beleidigten und aggressiv die körperliche Konfrontation suchten. Auch bereits durch Beamte fixierte Personen wurden im Zuge ihrer Ingewahrsamnahme unverhältnismäßiger körperlicher Gewalt ausgesetzt. Bei einer zur Identitätsfeststellung in Gewahrsam genommenen Person musste ein Rettungswagen die Reisetauglichkeit des Betroffenen feststellen, ehe dieser die Rückreise antreten konnte. Auch nach Abschluss der Maßnahme drängten immer wieder Beamte der eingesetzten Bundespolizei in die Menge der Fans, um die Situation eskalieren zu lassen. Insbesondere in einer engen Zuwegung eines Bauabschnitts des Bahnhofs, ließen die Beamten keine Möglichkeit unversucht, eine Grundlage für weitere Auseinandersetzungen zu finden, anstatt diese Passage zum reibungslosen Abfluss der abreisenden Fans in Richtung des Zuges zu gewährleisten. Nur durch Intervention und weiterführende Deeskalation der Mitarbeiter des Fanprojekts Hannover und einiger Fanvertreter war es möglich, die finale Abreise der Fans mit dem Entlastungszug zu gewährleisten.

Die Fanhilfe Hannover ist aufgrund dieser Vorfälle mehr als entsetzt. „Es gab zu keinem Zeitpunkt einen Anlass, der eine derartige Gewalt seitens der Polizei auch nur im Ansatz gerechtfertigt hätte. Wir fragen uns ernsthaft, wie lange es im deutschen Polizeiwesen noch derart unverhältnismäßige Exzesse geben kann, in denen die Verantwortlichen nicht zur Rechenschaft gezogen werden und die Opfer im Nachgang die Konsequenzen der Täter tragen müssen.“ sagt ein Sprecher der Fanhilfe Hannover.

Allen Betroffenen der Ereignisse empfiehlt die Fanhilfe Hannover, sich etwaige Verletzungen attestieren zu lassen und umgehend ein Gedächtnisprotokoll anzufertigen. Weiterführend empfiehlt die Fanhilfe Hannover allen Geschädigten über einen Rechtsbeistand Strafanzeige zu stellen.

Markus Heuer (Sprecher der Bundespolizeiinspektion Münster) und seinen Schilderungen im Sportbuzzer widerspricht die Fanhilfe Hannover währenddessen entschieden. „Der Mechanismus ist in besagten Fällen immer identisch: Toxisch motivierte Einheiten eskalieren Situationen, deren Sachverhalte im Nachgang mit ‚Tit-for-Tat‘-Behauptungen begründet oder relativiert werden sollen – ohne, dass diese belastbar sind. Von den Versuchen, mit windigen und ereignisnahen Pressemitteilungen die Deutungshoheit für derartige Ereignisse gewinnen zu wollen einmal ganz abgesehen“ führt ein Mitglied der Fanhilfe Hannover aus.

Viel mehr untermauern die Vorfälle vom Wochenende die Annahmen, dass seitens der Behörden unverhältnismäßig Anlässe konstruiert werden, um durch die Blaupause Covid-19 geschrumpfte Datensätze wieder aufzufrischen und eigene Existenzberechtigungen zu schaffen. „Es wäre vermessen zu glauben, dass in Hinblick auf die EM 2024 in Deutschland keine Versuche unternommen werden, bereits jetzt die Grundlagen für neue Sicherheitsmaßnahmen zu schaffen. Dies hat uns die Bundespolizei am vergangenen Sonntag eindrucksvoll bewiesen.“ schließt ein Sprecher der Fanhilfe Hannover ab.
 
Hannover, 25.04.2022